Unsichtbare Grenzen

Unsichtbare Grenzen

Ich habe heute Morgen so über Grenzen nachgedacht. Nicht über Landes – oder Grundstücksgrenzen, sondern über die imaginären, selbst auferlegten. Die uns, wenn wir ganz ehrlich sind, überall begegnen. Wie oft steht ihr morgens vor dem Spiegel und überlegt euch, ob das gut aussieht, was ihr anhabt? Ob die Kleidungsstücke zueinander passen und der Wertung der Mitmenschen genügen? Lässt man diese Überlegung weg und trägt einfach, was man möchte, muss man beinahe zwangsläufig mit komischen Blicken rechnen, oder mit scherzhaften Bemerkungen. Weil die Farbe der Schuhe vielleicht nicht zur Bluse passt.
Oder man lernt einen Menschen kennen, versteht sich sofort blendend mit ihm – und stellt dann bestürzt fest, dass das eigentlich irgendwie nicht normal ist, weil dieser Mensch 30 Jahre jünger oder älter ist als man selbst.
Oder man sieht einen Spielplatz und würde als Erwachsener so wahnsinnig gerne schaukeln und dabei laut jubeln, tut es aber nicht, weil eine Gruppe anderer Menschen in der Nähe steht und die einen komisch angucken könnten, weil man mal ein bisschen ausflippt und herumglückt.

Ich frage mich bei diesen Gelegenheiten: Was, zum Teufel, spielt das eigentlich für eine Rolle??? Die Welt ist verrückt geworden, Politiker und Wirtschaftsbosse benehmen sich grottenschlecht und bauen einen Mist nach dem nächsten. Und wir „kleinen“, „normalen“ Menschen machen uns Gedanken darum, wie dies oder jenes wirken könnte??? Finde den Fehler!

Wenn du das nächste Mal vor dem Spiegel stehst, in genau den Sachen, in denen du dich in diesem Moment wohl fühlst, und feststellst, dass sie nicht so ganz zusammen passen, lach dich kaputt, aber zieh dich nicht um. Wenn du das nächste Mal eine Unterhaltung mit einem Menschen führst, der um einiges älter oder jünger ist … hör doch auf, darüber nachzudenken. Wenn du das nächste Mal Lust auf etwas ganz Verrücktes hast: TU ES und GENIESSE ES. Unterschiede sind wunderbar. Gegensätze machen das Leben köstlich. Einfach genau das zu tun und zu sein, was oder wer man will, macht das Leben spannend und interessant – und einen selbst im Zweifelsfalle glücklich!
Hör nicht darauf, wenn festgefahrene Menschen dir Grenzen setzen wollen. Vielleicht brauchen DIE diese Grenzen, um sich in einer gesellschaftlichen Norm und Konformität wohlfühlen zu können. Aber Grenzen einzureißen und die Freiheit, die dahinter liegt, zu genießen – das macht doch den eigentlichen Spaß aus, oder nicht?

In diesem Sinne … viel Vergnügen beim Entdecken und Überwinden der Grenzen!

3 Antworten
  1. Josch
    Josch says:

    Meines Erachtens gibt es Grenzen, die verhindern, und Grenzen, die ermöglichen. Die innerliche Abgrenzung gegen uferlose oder destruktive Mitmenschen ist für die psychische Gesundheit ganz wichtig. Ein Mensch, der sich selbst nicht abgrenzen kann, nervt, macht einen vielleicht aggressiv (oder besser gesagt: wütend). Und abgrenzen ist nicht abschmettern. Abschmettern ist in jedem Fall negativ. Ich will hier nicht belehren, nur ein wenig relativieren und eventuell zur Diskussion beitragen. Aber die Grenzen, die man sich selbst im Kopf setzt, sind meist lebensverhindernd. In diesem Sinn, eine schöne entgrenzte Zeit. LG josch

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    • Bettina Münster
      Bettina Münster says:

      Womit du eine weitere Art von Grenzen ansprichst, was mich sehr freut. Ich gebe dir völlig recht, was die innere Abgrenzung angeht. Den eigenen Geist befreien, sich aber vor dem Übergreifen des Befindens anderer Menschen auf einen selbst schützen … ein gutes Erfolgsrezept. 🙂 Vielen Dank für deine Anregung!

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  2. Janine Musewald
    Janine Musewald says:

    Sehr schön geschrieben 🙂 Die Beeinflussung von außen, folgt zu inneren Selbstgesprächen… alles was Energie erhält, wächst!
    Wünsche weiterhin schöne Gedanke,Gefühle und Bilder.

    Sonnige Herz-Hüpfel-Grüße

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