Jahresrückblick

Jahresrückblick

Liebe Freunde, auch wenn der Dezember noch aussteht … dieses Jahr verlangt danach, meinen persönlichen Jahresrückblick etwas vorzuziehen, um vielleicht ein paar Dinge besser hinter mir lassen und die Weihnachtszeit in Ruhe genießen zu können.

Als ich Ende letzten Jahres in meinem Horoskop las, dass 2016 ein Jahr voller Herausforderungen wird, an denen ich wachsen kann, wenn ich richtig damit umgehe … nun … da war ich offen gestanden auf viel vorbereitet, nur nicht auf das, was tatsächlich auf mich zukam.
Direkt in der ersten Januarwoche knallten mir geplatzte Buchverträge um die Ohren, gefolgt von der Nachricht, dass man einem Menschen, den ich sehr liebe, nicht mehr helfen kann, dass der Krebs diesen Menschen über kurz oder lang besiegen wird. Es folgten Monate, in denen ich beinahe rund um die Uhr über wichtige Geschäftsbeziehungen nachdachte und ob diese Bestand haben sollten oder nicht, während ich gleichzeitig versuchte, mich innerlich nicht davon zerfressen zu lassen, dass der Krebs um mich herum seine Opfer forderte und langjährige Freunde in die Knie zwang.
Ich hätte in dieser Zeit für andere Freunde da sein sollen, und ich bedaure sehr, dass ich nicht jedem so gerecht werden konnte, wie ich es gern wollte. Ich bin sehr froh, dass fast alle Freunde noch da sind. Den meisten erging es ähnlich wie mir. Irgendwie ist uns allen das Jahr um die Ohren geflogen.
Mit Beginn des Sommers wurde es leider nicht besser, wie gehofft, nach dem Motto „in der zweiten Jahreshälfte wird alles besser“. Die Herausforderungen nahmen weiter zu. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft nicht nur ich, sondern auch meine Freunde aufstehen, das Krönchen richten und weiterlaufen mussten. Nackenschläge, Knüppel zwischen den Beinen, Schläge in die Magengrube … es war alles dabei. Am meisten umgeworfen hat es mich, geliebte Freunde zu verlieren.

Dass wir noch stehen, dass ich noch stehe, ist den kleinen, wunderbaren Lichtblicken zu verdanken. Freunde, die einem hilfsbereit die Hand reichten. Die den Weg mit einem gemeinsam gingen, im Verlust vereint oder einfach nur, weil Freunde nun mal dafür da sind.
Freundschaften, die neu entstanden sind und sich als sehr wertvoll erweisen. Erlebnisse, die einen für einen Tag vor Glück und Aufregung haben platzen lassen, die einem die Energie gegeben haben, um weiterzumachen. Erfahrungen, die man gemacht und daraus seine Lehren gezogen hat, sodass ich jetzt, zum Jahresende hin, weiß, wo ich hingehe.

Der Dezember wird auch nicht ohne, das weiß ich jetzt schon. Er wird der krönende Abschluss, das große Finale dieses Jahres, das ich so schnell sicher nicht vergessen werde. Aber mein Vorsatz steht trotzdem fest, die Weihnachtszeit zu genießen und zur Ruhe zu kommen. Ich möchte mit meiner Familie backen, leckere Dinge kochen, gemütliche Stunden verbringen und weiter an dem neuen Roman, einem SciFi – Fantasy-Gemeinschaftsprojekt, arbeiten, der mir so viel Freude macht.
Und 2017 wird dann hoffentlich genau so, wie mein Horoskop es mir prophezeit: Ein Jahr voller toller Möglichkeiten und Chancen. Angeblich soll das Glück mir quasi um die Ohren knallen. Na, DAS wär doch was!!!

Ich wünsche euch allen einen ruhigen Jahresausklang. Was ich von euch allen im privaten Rahmen und über die diversen Social Media-Kanäle so mitgekriegt habe, können wir das in diesem Jahr wohl alle sehr gut gebrauchen.

Alles Liebe und eine schöne Weihnachtszeit,

eure Bettina

Open letter to an angel

Open letter to an angel

My dearest friend,
what I did not dare to think about has finally happened: You´re not there any longer. I hate that it hurts so much that even breathing gets hard, and I hate to be so sad. But that´s the way it is, and I can only hope that the time will come soon when I start to smile thinking of you, and not to cry.
As you were always online the last months to be part of the world outside somehow, perhaps you read this even now. Who knows.

When I was about four years old, you opened the door for the first time, standing in the doorframe of the house that I learned to love as my home in England, whenever we came to visit you. My first thought was that you were the most beautiful woman I had ever seen. When I told you this last year, you laughed a happy laugh. Today I am so glad I took the chance to tell you.

I loved the way you did the sheets and the blankets of the beds and how they smelled, and in the evenings I slipped under the blanket without disturbing your kind of art.
I also loved the way you made the English breakfast. Nobody ever after did it the way you did, and I loved it from the first time on. I remember how you stood at the breakfast table talking with us, the way your hands lay on the back of the chair. I remember the way you moved, the soft swing of your hips, always dressed in skirts or dresses. You were a real English lady. Always.
When I watched outside the window of our bedroom I could see your tiny garden and the greenhouse which you loved so much. I was sad when you moved into the new house but learned to love this, too, because you two made a home of it, and you had the most impressing Clematis I´ve ever seen.
Through my whole childhood you loved me like a mother loves her child, and even if the language barrier stood between us for many years, and even if I was too shy to give you all this back, I always felt so comfortable and new that your house would always be a kind of home if I needed to have one. This is something I will never forget.
Last year, for the first time after long years of writing letters, we had the chance to speak as friends, just spending time together. And it was the most precious experience I can imagine. More than forty years of age between us, and it simply didn´t matter at all. We were friends, telling our most secret secrets, being confidents for each other. When you hugged me to say goodbye … perhaps both of us knew it would be the last time. You pleased me not to wait another five years to come again, and I gave you an extra hug. Even now I could scream out loud in desperation that we did not even have less than five years.
And then, only weeks later … fate hit you so hard … And I cannot tell how unbelievable thankful I am that you let me join your last way from the distance. That you laughed with me and cried with me. That we had such an intense friendship, such a feeling for each other that made it possible to read everything between the lines when you were not able to tell it directly. That we both knew, when we started to speak about Clematis, it was not only our common love for this flower, but also the code word when there was nothing left to say. I would have loved to sit by your side, just look into your eyes and say nothing for hours, but some things can´t be influenced.
In the end it were these three little words that were the essence of everything, the only thing that counts at all: I love you.

Hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen

Es ist mal wieder so weit … während ich gerade erst neue Manuskriptvorschläge an meinen Verlag geschickt habe und nun der Dinge harre, die da kommen, und mich außerdem gleichzeitig auf die Frankfurter Buchmesse vorbereite, ergießt sich Schritt für Schritt eine neue Buch-Idee. Es wird toll, es wird der Hammer, und ich bin total angefixt! Nur so viel sei verraten: Ich schreibe dieses Mal nicht alleine, und ich bewege mich in einem für mich völlig neuen Genre. 🙂
Es ist eine unglaubliche Herausforderung, das Hirn qualmt, die Ideen werden hin und her geschoben, aber es macht irre Spaß, und langsam formt sich eine Geschichte, auf die ich so absolut tierisch Lust habe …

So ist das Leben …

So ist das Leben…

Wir treffen im Leben immer wieder auf verschiedene Menschen. Manche können wir vom ersten Moment an nicht leiden. Manchmal überraschen sie uns positiv und alles wendet sich. Manchmal auch nicht.
Es gibt Menschen, die wir sofort lieben. Bei manchen bleibt das so, bei anderen stellen wir später fest, dass wir mit unserer Meinung ziemlich daneben lagen.
Und es gibt Menschen, mit denen man sich Freundschaften wünscht, auch wenn man von vornherein weiß, dass man eigentlich viel zu verschieden ist. Und man kann nur versuchen, ob es funktioniert.
Manche Freundschaften funktionieren, obwohl man keine Ahnung hat, warum.
In manchen Beziehungen macht man Fehler, wo man keine machen sollte. Mit dem Partner oder mit einer Freundin, einem Freund. Oder der andere macht Fehler, wo er keine machen sollte. Oder man versteht sich einfach grundsätzlich falsch.
Oder man ist egoistisch, weil das Leben auf einen einstürmt, obwohl man viel lieber selbstlos wäre. Anders herum funktioniert das auch: Man kann auch selbstlos sein, bis zur Selbstaufgabe, obwohl man eigentlich mal gesunden Egoismus an den Tag legen müsste, um frei atmen zu können.
Man trifft im Leben eine Vielzahl falscher Entscheidungen. Aber auch, wenn man lernfähig ist, eine Reihe richtiger Entscheidungen. Jeder Mensch erlebt schlimme Dinge, irgendwann. Nicht umsonst gibt es den Spruch „unter jedem Dach ein Ach“. Das eigene Leid ist nicht wichtiger als das der anderen. Es ist nicht schlimmer. Es ist nur das eigene. Kein Grund, sich wichtig zu nehmen.
Manchmal frisst einen das eigene Leid auf. Dann ist es gut, Freunde zu haben, die einen stützen. In anderen Zeiten, wenn die Freunde im Leid versinken, kann man zurückgeben, was man erhalten hat. Mit ein bisschen Glück entsteht auf diese Weise ein Gleichgewicht.
Es gibt Beziehungen / Freundschaften, die zu tief kaputt sind, in denen Missverständnisse oder ein grundlegend anderes Verständnis der Dinge zu tief gehen, um irgendwas zu heilen. Was hilft dann?
Ich glaube, ab einem gewissen Punkt muss man verzeihen. Dem anderen verzeihen, dass er nicht perfekt ist, und sich selbst verzeihen, dass man nicht perfekt ist. Und akzeptieren, dass manche Dinge nicht dazu bestimmt waren, zu funktionieren. Und dann muss man loslassen und weitermachen. Mit etwas Glück und gutem Willen den anderen mit liebevoller Erinnerung im Herzen behalten. Das eigene Glück suchen, die eigene Leichtigkeit finden und genießen. In der Hoffnung, dass der andere es genauso macht.
Nachdem ich vor kurzem einen sehr lieb gewonnenen Freund viel zu früh verloren habe, kann ich sagen: Das Leben ist zu kurz, um dauerhaft durch Scheiße zu waten. Bitte entschuldigt die allzu direkte Ausdrucksweise.
Seid glücklich, wo es geht. Seid glücklich, mit wem es geht. Mit wem es nicht geht … Loslassen kann man lernen, so schwer es auch fällt.
Lebt. Liebt. Seid glücklich. Dafür sind wir doch hier.

Gedanken zum Thema „Autorenlesungen“ und warum es sie noch gibt

Gedanken zum Thema „Autorenlesungen“ und warum es sie noch gibt

Ich habe gerade einen Artikel in der „Welt“ gelesen, in dem die geschichtlichen Ursprünge der Autorenlesungen offengelegt wurden, um ergründen zu können, warum es diese Art des Vortrags eigentlich noch gibt. Weil doch – laut dem Autor des Artikels – so eine Lesung eigentlich sowohl für den Autor als auch für den Leser eine Qual ist. Nicht jeder Autor / nicht jede Autorin kann gut vortragen, daran besteht wohl kein Zweifel. Aber deswegen eine ganze Gattung von kulturellem Geschehen direkt verteufeln und ihre Existenz in Frage stellen? Wenigstens hat der Autor deutlich gemacht, dass es im Endeffekt darum geht, dass der Autor aus seinem stillen Kämmerlein herauskommt. Zumindest das kann ich bestätigen, wenn es auch nicht die ganze Wahrheit ist.
Davon abgesehen finde ich, dass jede Lesung eine wertvolle Erfahrung ist. Als Autorin überwinde ich mich jedes Mal aufs Neue, mich dort vor das Publikum zu stellen, kann es mittlerweile aber auch genießen. Aber auch nur, weil ich meine Lesungen vorher übe, um die Zuhörer nicht zu vergrätzen. Die Methode funktioniert offenbar, was ich an den unmittelbaren Reaktionen feststellen kann. Das ist ein weiterer Vorteil: Wie ein Theaterschauspieler auf der Bühne weiß der Autor auf dem Podium sofort, ob er ankommt oder nicht, ob sein Buch ankommt.
Lyrik höre ich, je nachdem, wer sie vorträgt, sehr gerne auf Lesungen. Gerade auf der Mülheimer Lesebühne vor zwei Wochen habe ich einen unglaublich guten Lyriker erleben dürfen, der mich in seine Gedichte regelrecht hineingesogen hat.
Wenn ich den Artikel lese und bedenke, seit wie vielen hundert Jahren es schon Lesungen, Vorträge oder ihre Grundformen davon gibt, muss ich doch sagen: Wie schön, dass dieses kulturelle Erbe uns erhalten geblieben ist! Wie schön, dass diese Tradition gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit noch gepflegt wird und sich Menschen die Zeit nehmen, sich dort hinzusetzen und zuzuhören, bereit sind, sich auf eine neue Geschichte und einen neuen Autor einzulassen.
Danke, liebe Leser und Zuhörer. 🙂