Abgetaucht

Abgetaucht

Ich war mal eine Weile abgetaucht. Musste mich mal sortieren. Manchmal knallt man im Leben volles Pfund auf die Fresse. Dann steht man auf, und noch während man sein Krönchen poliert, fällt man wieder hin. Bekommt Knüppel zwischen die Beine geschmissen.
Ich hab jetzt aufgeräumt. Meine Krone hab ich poliert und dann in den Schrank gestellt. Ich bastle mir eine neue, denn die alte passt nicht mehr auf meinen Kopf.
Ich blicke zurück auf Tage voller Ein- und Ausatmen, in denen oft nicht mehr ging als genau das. Und auf diese kleinen Lichtblicke, die einen haben lächeln lassen. Die Mut gemacht haben.
Ich schaue nach vorn auf alles, was kommt. Auf Tage voller Ein- und Ausatmen, aber auch auf die, die nun öfter kommen: Und die sind voller Lachen, voller Freude. Voller Freunde und voller Glück. Ich freue mich darauf.
Ich bin jetzt jemand anders, und meine Reise hat gerade erst begonnen. Aber ich mag mich, und das ist doch ein guter Anfang.
Also tauche ich dann jetzt wohl mal auf. Wie der Phoenix aus der Asche. Neugeboren, einen Rest von Staub zwischen den schillernden Federn. Bereit für ein neues Leben.

Neue Wege

Neue Wege

Eine seltsame Zeit ist das. Nie war ich mir so fremd, war alles so neu. Und trotzdem: Nie war ich so sehr ich selbst. Magie an jeder Ecke, in jedem Blick, jedem Lächeln. Alle Lampen in mir an, treiben mir die Tränen in die Augen. Gefühle, die man nicht in Worte fassen kann.

Bodenloser Kummer kommt und geht, macht strahlend hellen Lichtern Platz, Lachen, Luft und Licht. Und irgendwo, mittendrin, bin ICH.
Alles schmeckt anders, alles riecht anders. Alles fühlt sich anders an.
Als hätten meine Sinne geschlafen. Aufgewacht aus dem Dornröschenschlaf. Ich lache, weil es so glücklich macht und weine, weil es mich so ergreift. Weil ich kaum glauben kann, was mit mir passiert. Fassungslos stehe ich da und kann nur den Kopf schütteln über diese Unbegreiflichkeit.
Ich dachte immer, ich würde leben. Falsch gedacht. Ich fange gerade erst an!

Wieder am Start

Wieder am Start

Hallo ihr Lieben,

nachdem es vorübergehend mal ziemlich leise um mich geworden war, bin ich wieder am Start. 🙂 Manchmal schlägt das Leben so große Haken, dass einem erst einmal die Worte fehlen, aber irgendwann geht es immer weiter.
Ich sitze gerade bei meiner ersten Tasse Kaffee des Tages auf dem Balkon und freue mich darauf, endlich wieder konzentriert in die Tastatur zu hämmern. Das kreative Flämmchen ist wieder entzündet und ich hoffe, dass bald wieder ein Waldbrand in meinem Kopf daraus wird, der mich unaufhaltsam nach vorn treibt.
Ich wünsche euch einen wunderbaren Sonnentag, genießt das Wetter, genießt die gute Laune und was immer ihr auch tut.

Eure Bettina

Motivationsgespräch

Motivationsgespräch

Es ist schon lustig, wozu sich manche Dinge entwickeln. Heute war der Schornsteinfeger bei uns, zur jährlichen Kontrolle der Boiler. Was als simpler Smalltalk über Bücher begann, entwickelte sich schnell zu etwas, was mich ungeheuer motiviert hat:
Er begann, von einem Thriller zu schwärmen, den er gelesen hat. Von Sebastian Fitzek. Quasi einem Verlagskollegen von mir. Unser Schornsteinfeger war so begeistert von diesem Buch, dass es mich mitgerissen hat und ich es mir heute sofort gekauft habe.
Aber noch etwas anderes kam auf, so im Nachhall: Ich dachte: „Ich will, dass die Leser über MEINEN Thriller ganz genau SO reden.“ Gibt es eine größere Motivation? Ich denke nicht.
Was mache ich also? Ich sitze gerade am Rechner und überarbeite fleißig weiter, was jetzt schon gut ist, aber nach wirklicher Fertigstellung absolut packend, mitreißend und aufsaugend sein soll.
Danke, lieber Schornsteinfeger, für dieses unerwartete Geschenk. 🙂

Eine Unterhaltung im Dunkeln

Eine Unterhaltung im Dunkeln

„Wer bist du?“, fragte ich schüchtern. Ich war verunsichert. Beinahe war ich mir sicher, die Stimme zu erkennen. Aber nur beinahe.
„Ich bin du“, hörte ich die Antwort. Sanft waberten die Worte durch die Dunkelheit.
„Ich? Aber wie kann das sein? Bislang dachte ich …“ Ich kam nicht dazu, meinen Satz zu beenden. Ein leises Lachen, das mir auf unheimliche Art und Weise gut gefiel, unterbrach mich. „Du hast gedacht, du wüsstest schon alles. Aber jetzt hat sich etwas verändert.“
Ich nickte. Ja, es hatte sich viel verändert. „Die Grenzen sind weg.“ Ich hörte es fast, das tonlose Nicken. „Sie haben dich immer beschützt.Aber sie haben dich auch klein gehalten.“
Ich seufzte. „Ich bin jetzt aber nicht mehr klein.“ Die Stimme in der Dunkelheit antwortete: „Nein, das bist du nicht mehr. Und du brauchst auch die alten Grenzen nicht mehr. DU entscheidest, wer und wo du sein willst.“
Ich dachte einen Moment lang darüber nach.
„Ich … ich glaube, ich habe ein bisschen Angst davor. Es fühlt sich so seltsam an.“ Ich spürte eine warme Hand, die in der Dunkelheit behutsam meine Wange berührte. „Wovor genau hast du denn Angst?“
Diese Antwort war einfach: „Ich weiß ja nicht, was auf mich zukommt. Wie sich alles entwickeln wird.“
Mein Ich lachte. „Das wusstest du bislang aber auch nie, oder? Du hast dir nur eingebildet, alles zu wissen. Im Voraus planen zu können. Du warst dir in allem so verdammt sicher. Aber niemand weiß, was kommt.“
Für eine Weile waren wir beide still. Schließlich fasste ich neuen Mut: „Wie … wie ist denn das so, DU zu sein?“
Mein Ich lachte. „Du meinst, wie es sein wird, DU zu sein? Nun … es ist eine ziemlich freie Erfahrung. Aber du musst sie schon selbst machen. Vieles wird deine Entscheidung sein, und manchmal werden andere deine Entscheidungen beeinflussen. Und manchmal wirst du dich einfach in die richtige Richtung treiben lassen.“
Ich stutzte. „Das hab ich bislang aber auch gemacht.“
„Stimmt. Und es hat dich hierher gebracht. Deswegen führen wir jetzt diese Unterhaltung.“
Ich nickte, bevor mein Ich weitersprach: „Aber du hast dein Leben immer danach ausgerichtet, was andere glücklich macht. Und hast dich immer zurückgestellt.“
Ich schüttelte empört den Kopf. „Das stimmt nicht! Ich …“ Wenn ich so recht darüber nachdachte, hatte ‚Rücksichtnahme‘ aber tatsächlich einen großen Teil meiner Grenzen gebildet.
„Du hast jetzt begriffen, dass deine Möglichkeiten endlos sind, wenn du deinem Herzen folgst. Und tust, was dich ganz tief drinnen glücklich macht.“
Ich spürte, wie sich meine Augen mit Tränen füllten. „Bist du denn glücklich?“, flüsterte ich, und spürte die Antwort bereits, ohne sie gehört zu haben. Innere Stärke, Selbstbewusstsein und Glück kamen in der Dunkelheit wellenartig auf mich zu. Ich bewunderte dieses neue, noch unbekannte Ich für seinen Mut. War dies alles tatsächlich schon immer in mir gewesen?
Das Ich lachte. „Nein, ich bin in dir gewachsen. Ganz langsam. Aber jetzt bin ich zu groß, um mich noch länger zu verstecken.“
Eine kleine Träne löste sich aus meinem Auge und rollte langsam meine Wange herunter. „Werde ich ganz verschwinden?“
Plötzlich spürte ich zwei Arme, die sich um mich legten und mich sanft hin und her wiegten. „Du bist, was ich einmal war. Und wirst für immer ein Teil von mir sein. Aber jetzt ist es Zeit, nach vorne zu schauen und weiterzugehen. Dies ist ein Wendepunkt. Hab keine Angst davor. Wir gehen noch ein Stück gemeinsam. Es wird wehtun, und sicher wirst du Angst haben. Aber dann sind wir wieder eins, und alles wird so sein, wie es der Lauf der Zeit vorgesehen hat.“
Ich nickte und wischte mir mit einem Ärmel die Tränenflut aus den Augen. Mit einem zaghaften Lächeln nahm ich die Hand meines neuen Ichs. Spürte die Stärke und das Selbstvertrauen darin. Und plötzlich hatte ich keine Angst mehr. Ich hob den Kopf, öffnete mein Herz soweit ich konnte und folgte seinem Ruf in die Stille der Zukunft hinein.